TGW Zehnkampf-Union siegt 2021 im ÖLV-Cup mit Rekordvorsprung

TGW Zehnkampf-Union 1 (c Rudorfer)


Zehnkampf-Union-Damensieg bei den ÖM-Vereine, im ÖLV-Cup gaben aber die Männer den Ton an (C) GEPA-Pictures

Die 70. Auflage des ÖLV-Cups brachte den achten Gesamtsieg in Folge für die TGW Zehnkampf-Union. Die Oberösterreicher lagen mit 4.912 Punkten deutlich vor der DSG Wien (2.945 Punkte) und SVS-Leichtathletik (2.909 Punkte) voran. Ein neuer Rekordvorsprung im Zeitalter des aktuellen Wertungssystems.

Und noch einen Rekord gibt es zu vermelden, der die Breite der heimischen Leichtathletik aufzeigt. Insgesamt 224 Vereine aus allen Bundesländern sammelten im Laufe des Jahres Cuppunkte durch Top-8-Platzierungen bzw. Teilnahmen bei den österreichischen Meisterschaften der Nachwuchsklassen (U14-U23) und der Allgemeine Klasse oder Platzierungen bei internationalen Meisterschaften.

Die Männerwertung war wie in den letzten drei Jahren eine klare Angelegenheit der TGW Zehnkampf-Union. Bei den Frauen lag erstmals seit den 1960er-Jahren die Union St. Pölten an erster Stelle.

Cup-Champion wartet auf neue Heimstätte

“Seit zehn Jahren liegt nun die TGW Zehnkampf-Union bereits an der Spitze der österreichischen Leichtathletik. Auch wenn sich in den letzten zwei Jahren die Infrastrukturbedingungen für den Verein in Linz doch (hoffentlich nur temporär) verschlechtert haben”, berichtet Zehnkampf-Union-Obmann Roland Werthner, der hofft, dass nach dem Abriss des Linzer Stadions bald die von der Politik zugesagte neue Leichtathletikanlage bei der Pädagogischen Hochschule in Linz zur Verfügung steht. Bis dato wurde aber noch nicht einmal mit dem Bau begonnen.

Zehnkampf-Legende Georg Werthner, hochengagierter Trainer des Vereins ergänzt: “Zahlreiche ehemalige Kinder-Zehnkämpfer wurden heuer „flügge“ und dominierten die männlichen Altersklassen U16, U18 und U20 österreichweit in faszinierender Manier. Auch in den Staffeln und Mannschaften gelangen überdurchschnittlich viele Erfolge. Unsere Männer waren solcherart fast zweieinhalb Mal so erfolgreich – national und international – wie die männlichen Klassen irgendeines anderen Vereins in Österreich.” Punktebester Athlet des Vereins war übrigens heuer Siebenkampf-Vizestaatsmeister Moritz Hummer, U20-WM-Vierter Endiorass Kingley hätte diese Wertung wohl gewonnen, besaß aber in der Hallensaison noch nicht die österreichische Staatsbürgerschaft, was ein Antreten bei den Hallen-Meisterschaften unmöglich machte. Bei den Frauen war 400-m-Olympiasemifinalistin Susanne Walli die Punktebeste.

Um den ÖLV-Cup zu gewinnen, braucht es neben der entsprechenden Qualität auch eine gewisse Quantität, einerseits bei den Athlet/innen – rund 70 Sportler/innen der TGW Zehnkampf-Union waren heuer am Erfolg beteiligt – und andererseits bei den Trainer/innen, die an einem Großteil der Wochenenden des Kalenderjahres bei Trainings und Wettkämpfen im Einsatz sind. Ohne große intrinsische Motivation wäre diese Betreuungstätigkeit – auch bei allen anderen heimischen Vereinen – nicht möglich.

ÖLV-Cup 2021 – Endstand

Gesamtwertung Punkte Frauenwertung Punkte Männerwertung Punkte
1. TGW Zehnkampf-Union (OÖ) 4.912 1. Union St. Pölten (NÖ) 1.659 1. TGW Zehnkampf-Union (OÖ) 3.402
2. DSG Wien (W) 2.945 2. SVS-Leichtathletik (NÖ) 1.538 2. DSG Wien (W) 1.532
3. SVS-Leichtathletik (NÖ) 2.909 3. TGW Zehnkampf-Union (OÖ) 1.510 3. SVS-Leichtathletik (NÖ) 1.371

Detailergebnisse

Sehr wertschätzend ist auch das Statement von ÖFB-Konditionstrainer Gerhard Zallinger (ehem. Leichtathlet, Sportwissenschafter): “Ich kannte die TGW Zehnkampf-Union aus ihrer Entstehungszeit, auch die Protagonisten Georg und insbesondere Roland Werthner, mit dem mich auch beruflich und privat sehr viel verbindet. Nach Jahren im Fussball war ich sehr erstaunt, als aus dem überschaubaren Kleinverein die erfolgreichste Leichtathletikadresse Österreichs gewachsen ist. Kontinuierliche Jugendarbeit und professionelle Heranführung an die Leistungsklassen sind die inhaltliche Garantieformel, die Handschrift der Verantwortlichen ist unverkennbar. Gratulation zu einer Erfolgsstory, wie sie im Fussball nur mit Red Bull vergleichbar ist, wenn auch unter völlig anderen Rahmenbedingungen.”

Vom Victor-Silberer-Cup zum heutigen ÖLV-Cup

Im Jahr 1925 wurde erstmals der Victor-Silberer-Cup ausgetragen – allerdings bis 1937 nur für Männer. Von 1948 bis 1951 folgte dann eine Neuauflage für Männer und Frauen, die dann im Jahr 1952 vom ÖLV-Cup mit Gesamt-, Frauen- und Männerwertung in der heutigen Form abgelöst wurde. In der nunmehr 70-jährigen Geschichte des ÖLV-Cups trugen sich bis dato nur neun Vereine in die Siegerliste ein. Der ULC Linz Oberbank ist mit 32 Siegen (1955-2002) der Rekordchampion und auch hier hatte die Familie Werthner sehr großen Anteil an unzähligen Erfolgen, bis sie den ULC Linz 1984 in Richtung Zehnkampf-Union verließ.

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